Geschichte

Die Vereinschronik der Schützengilde Wannweil 1906 e.V.

In der Bahnhofs-Restauration Welsch fand am 21. April 1906 die Gründungsversammlung der Schützengilde Wannweil statt. Als Gründungsmitglieder zeichnenten:

Daniel Brucklacher, Albert Diegel, Georg Früh, Christian Gaiser, J.G. Görlach, Adam Hartmann, Georg Henes, Albert Jedele, Jakob Kämmerle, Eugen Kern, Paul Kern, Christian Leibßle, Heinrich Leibßle, Heinrich Lump, Christian Lutz, Jakob Lutz, Carl Gaiser, Jakob Raiser, Paul Rilling, Georg Sauer, Jakob Schmid, Wilhelm Schuster, Georg Schwarz, Andreas Speier, Christian Welsch, Georg Wolpert.

Bereits am 28. Juli 1906 traten 10 Schützen zu einem Preisschießen bei der Schützengilde Betzingen an. Der erste vereinsinterne Wettbewerb an dem sich 18 Schützen beteiligten wurde am 10. Februar 1907 im Gasthaus Hirsch ausgetragen. Das Gasthaus Hirsch war bis weit in die dreißiger Jahre hinein Vereinslokal und teilweise, hauptsächlich im Winter, auch Schießstand.

Den am 16. Januar 1908 gestellten Antrag zum Bau einer Schießbahn genehmigten Gemeindeamt und Königliches Oberamt innerhalb acht Tagen (wenn man die heutigen Bearbeitungszeiten der zuständigen Ämter bedenkt, wie war das damals ohne Computer möglich?).

Mit einem großen Schützenfest fand am 13. September 1908 die Einweihung der Schießanlage “Im Burghau” statt. Aus Betzingen, Eningen, Lustnau, Rottenburg und vom eigenen Verein beteiligten sich über 120 Schützen daran.

Bis zum März 1913 konnten die Schützen ihr Können nun bei zahlreichen Preisschießen unter Beweis stellen. Zu diesem Zeitpunkt kam auch das Monatsschießen hinzu, welches wenn auch mehrmals geändert, heute noch durchgeführt wird. Aber auch die Geselligkeit kam nicht zu kurz. So kann dem Protokoll vom 12. September 1909 folgendes entnommen werden: “Die Gilde hat auf Monat Mai ein Preisschießen unter sich selbst veranstaltet, konnte aber nicht abgehalten werden, weil wir in diesem Jahr so kolossal mit Festlichkeiten in Anspruch genommen waren”.

Während des ersten Weltkrieges 1914/18 ruhte die Vereinstätigkeit. Erfreulicherweise lebte danach die alte Schützenkameradschaft wieder auf. Durch die Inflation betrug das Startgeld eines Preisschießen 1923 2.000 Reichsmark. Am 28. März 1924 war dem Kassenbericht zu entnehmen, daß das Vereinsvermögen “zu einem Nichts zusammengeschmolzen war” der Kassier verfügte zwar noch über 5.000 Reichsmark, aber in entwerteten Reichsbanknoten.

Trotz der schlechten wirtschaftlichen Lage wurde im März 1925 eine Vergrößerung des Schützenhauses beschlossen. Schon ein Jahr später lag die Schlussrechnung vor, sie belief sich auf 2.263,58 Mark. Zu ihrer Finanzierung nahmen die Mitglieder Daniel Brucklacher und Jakob Raiser private Darlehen auf.

Am 2. August 1926 wurde die Schützengilde in den Oberen Schützengau aufgenommen. Bei dem an diesem Tag stattfindenden Gauschießen in Weilheim errangen die Wannweiler Schützen Wilhelm Steiner, Friedrich Maier, Gustav Weber, Karl Gaiser und Wilhelm Wurster den ersten Mannschaftspreis.

Sehr arbeitsreich war das Jahr 1927. Das Schützenhaus wurde wieder erneut vergrößert und ein Keller kam hinzu. Das Gauschießen wurde organisierrt und durchgeführt und fand bei den 132 Schützen aus 10 Vereinen großen Anklang. Unter Fritz Walker als Vorstand ging es mit dem Verein weiter kräftig Bergauf. Nach dem winterfesten Ausbau des Schützenhauses und dem Anschluss an das Stromnetz, konnte zu ersten Mal am 8. März 1930 eine Generalversammlung im eigenen Schützenhaus abgehalten werden.

Am 15. Oktober 1930 erhielt der Verein eine Konzession für den Wirtschaftsbetrieb. 1931 wurde eine Vereinssatzung ausgearbeitet und am 26. Januar 1932 erfolgte die Eintragung in das Vereinsregister. Mit dem Bau der Kleinkalieberanlage ging 1936 für den Verein ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Das ebenfalls in diesem Jahr veranstaltete 30jährige Gründungsfest war der letzte Höhepunkt vor dem 2. Weltkrieg.

Nach dem 2. Weltkrieg stand der Verein vor dem Nichts. Viele Mitglieder waren gefallen oder in Gefangenschaft, der Schießsport war verboten und auf dem Platz des zerstörten Schützenhauses stand ein Behelfswohnheim. Es blieb lange still um die Schützengilde Wannweil.

Einige alte Mitglieder nahmen am 27. Juni 1952 die Vereinstätigkeit wieder auf. Mit dem Neubau der Anlage wurde sofort begonnen und wie bei früheren Bauvorhaben stand die Klosterbrauerei Alpirsbach auch diesmal wieder mit finanzieller Unterstützung hilfreich zur Seite. Als 1956 das 50jährige Vereinsjubiläum stattfand konnte wieder hoffnungsvoll in die Zukunft geschaut werden. Mit der Wiederaufnahme des Schießsports nach dem 2. Weltkrieg knüpften die Wannweiler Schützen bald wieder an die Leistungen früherer Jahre an. Stellvertretend soll hier die Herrenmannschaft mit den Schützen Gerhard Klein, Ernst und Otto Hipp genannt werden. Über jahre hinweg dominierten sie in verschiedenen Waffenarten bis zu den Landesmeisterschaften und waren nicht nur für die Wannweiler Schützen nachahmenswerte Vorbilder.

Unter der langjährigen Vorstandschaft von Otto Hipp erstand bis ins Jahr 1991 die KK-Anlage. Als der Trend zum Luftgewehrschießen sich verstärkte und die Anzahl der Mitglieder stark anwuchs, wurde eine Vergößerung der Schießanlage erforderlich. 1971/72 wurde ein Erweiterungsbau mit 9 Luftgewehrständen und einem Schützenzimmer erstellt.

1981 feierte die Schützengilde ihr 75jähriges Jubiläum; dies war verbunden mit einem Preisschießen im Wert von 10.000 DM. Unter Vorstand Hans Aichele wurde bei der Generalversammlung am 12. Januar 1990 ein zukunftsorientirter Beschluss gefasst, der Um- Aus- und Neubau des Schützenhauses und der Schießanlage im Jahr 1992.

Als eine rießen Leistung des gesamten Schützenvereines muss die Organisation und Austragung des 55. Würtembergischen Landesschießens, vom 18. Mai bis 2. Juni 1991, angesehen werden. Die Festlichkeiten fanden vom 14. bis 16. Juni 1991 statt.

Im Dezember 1995 wurde das Königschießen, verbunden mit einem Kameradschaftsabend, in der neu erstellten Luftgewehrhalle ausgetragen und gefeiert. Die Eröffnung der Gaststätte war am 8. März 1997 und am 20. Juli des Jahres war ein “Tag der offenen Tür“ zu dem die gesamte Bevölkerung recht herzlich eingeladen war.

Zur Zeit besteht unser Verein aus ca. 200 Mitgliedern, davon sind etwa 40 aktive Schützen.

Das Schützenhaus ca. 1981

Das Schützenhaus vor dem 1990 begonnenen Neubau

Das neue Schützenhaus - eingeweiht im Jahr 1990

Chronologie der Vorstände

2017 Antje Gass
2005 Heide Aichele
2003 Jürgen Hafner
1999 Willi Schönthaler
1987 Hans Aichele
1980 Karl Eissler
1979 Detlef Dendorfer
1975 Egon Bomblies
1971 Eberhard Wolf
1958 Otto Hipp
1957 Otto Schwarz
1952 Gottlob Beck
1936 Robert Rein
1933 Wilhelm Steiner
1932 Wilhelm Wurster
1928 Fritz Walker
1926 Karl Gaiser
1920 Wilhelm Steiner
1914 Jakob Lutz
1909 Wilhelm Zehender
1907 Daniel Brucklacher
1906 Georg Früh

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